Junger Bub im Anzug auf einer Dachterasse.

Geldadel und Glückspilze

Wie wird man reich und erfolgreich? Dank Glück und Zufall, sagt die Soziologin Katja Rost. Indem man erbt, ergänzt der Historiker Simon Teuscher.

Von Thomas Gull

Vom Tellerwäscher zum Millionär – ein abgegriffenes Klischee. Doch es bringt auf den Punkt, woran unsere meritokratische bürgerliche Gesellschaft immer noch glaubt: dass man es mit Fleiss und Willen zu etwas bringen kann. Emsigkeit ist sicher nicht abträglich, wenn es darum geht, Erfolg zu haben. Weit wichtiger sind jedoch zwei andere Faktoren: Glück und Zufall, sagt die Soziologin Katja Rost. Dies zeigt auch Forschung, die untersucht, weshalb Unternehmer erfolgreich sind. Das Fazit: «Erfolgreiche Unternehmer waren zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee am richtigen Ort.» Mit anderen Worten: Sie hatten das Glück des Zufalls.

Das gilt nicht nur für die Gründer der neuen digitalen Unternehmen wie Amazon, Google oder Facebook. Rost nennt auch historische Beispiele wie die Zürcher Buchdruckerei Orell Füssli, die dieses Jahr ihr 500-jähriges Bestehen feiert. Als Gründer der Druckerei gilt der bayrische Immigrant Christoph Froschauer, der 1515 als Geselle in die kleine Werkstatt von Hans Rüegger nach Zürich kam. Rüegger starb und der Geselle Froschauer heiratete die Witwe. Glück des Zufalls, erster Teil. Froschauer übernahm die Druckerei und wurde 1519 Bürger der Stadt Zürich. Das ermöglichte ihm, Druckaufträge der Stadt zu erhalten.

Bibel als Bestseller

Der grosse Durchbruch gelang ihm, wie vielen anderen Druckern im deutschsprachigen Raum, dank der Reformation. Froschauer druckte die Werke von Luther, vor allem aber die von Zwingli. Dazu gehört Zwinglis Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Zwinglis Schriften waren in der damaligen Zeit Bestseller und halfen Froschauer, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Glück des Zufalls, zweiter Teil. Das Druckereigewerbe war damals eine noch junge Industrie, die auf einer neuen Technologie beruhte wie heute das Internet, das die Basis für die digitale Industrie bildet. Froschauer war ein unternehmerischer Glückspilz, vergleichbar mit den heutigen Silicon-Valley-Boys, die zur rechten Zeit mit der richtigen Idee am richtigen Ort waren.

(Erfolg)reich kann man wie Froschauer durch glückliche Umstände werden. Noch einfacher ist es jedoch, wen man in eine reiche Familie hineingeboren wird – auch das nach dem Glück-des-Zufalls-Prinzip. Im Gegensatz zum unternehmerischen Glück des Zufalls, das sich einstellen kann oder auch nicht, ist die Gnade des Reichtums durch Geburt eine Konstante, sagt Mittelalterhistoriker Simon Teuscher: «Wer reich ist, wurde meist reich geboren. Je nach Weltgegend und Epoche gibt es unterschiedliche Wege zum Reichtum. Was jedoch erstaunt, ist die fortwährende Bedeutung des Erbens.» Lange wurde vermutet, mit der Marktwirtschaft werde die Leistung wichtiger, wenn es darum geht, reich zu werden. «Doch», so Teuscher, «diese Annahme wird heute auch von vielen Wirtschaftswissenschaftlern in Frage gestellt.»

Verändert haben sich im Lauf der Zeit die Quellen des Reichtums: Im Frühmittelalter war vor allem reich, wer über Arbeitskräfte wie Sklaven, Leibeigene oder Hörige verfügte. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit war reich, wer grosse Ländereien besass. Mit der industriellen Revolution wurde dann das mobile Kapital, das in Maschinen und Fabriken investiert werden konnte, zu einer neuen Basis von Wohlstand.

Mit den Quellen des Reichtums veränderte sich auch die Vorstellung davon. Im Mittelalter waren Reichtum und Macht eng verschränkt - wer reich war, der Kaiser und der Hochadel, war auch mächtig und umgekehrt. «Auf Mittelhochdeutsch bedeutet ‹rich› mächtig und vornehm», sagt Simon Teuscher. «In der Moderne wurde dann versucht, Reichtum von (politischer) Macht zu trennen.» Das war das grosse Projekt der Amerikanischen und der Französischen Revolution. Die beiden bürgerlichen Revolutionen schafften die feudalen Vorrechte ab. Und sie entkoppelten «zumindest vordergründig», so Teuscher, die politische Macht von der ökonomischen. «Man könnte das auf die Formel bringen: Politisch sind alle gleich, ökonomisch aber nicht. Politische Ungleichheit ist schlecht, ökonomische vertretbar», sagt Teuscher.

Doch was ist rückblickend aus den revolutionären Idealen geworden? «Die Vorstellung der Trennung von ökonomischer und politischer Macht bleibt nach wie vor ein Ideal, allerdings ein oft unerreichtes», sagt Simon Teuscher dazu, «denn wer Geld hat, kann die Politik beeinflussen.» Das zeigen etwa die Wahlkampfspenden der Superreichen in den USA, die eine enorme Wirkung haben. Das bedeutet: Wer reich ist, hat nach wie vor ganz andere Möglichkeiten auch in der Politik.

Der richtige «Stallgeruch»

Über Kapital zu verfügen, war während der letzten 200 Jahre Ausdruck von Reichtum. Und heute? «Heute stellt sich die Frage, wie viel Kapital es noch braucht, um in die Produktion zu investieren, und ob nicht Bildung und der Zugang zu spezifischem Knowhow die entscheidenderen Ressourcen werden. Wobei auch bei deren Erwerb die Herkunftsfamilien eine grosse Rolle spielen», sagt Teuscher. Zum erfolgreichen Knowhow würde beispielsweise die Fähigkeit gehören, intelligente Algorithmen zu schreiben, wie jene von Google oder Facebook. Interessant sei, so Teuscher, dass im digitalen Zeitalter besonders einträgliche Industrien oft gar nicht mehr so viel Kapital benötigten. «Gefragt sind vor allem gute Ideen.» Wie etwa jene von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der Menschen ermöglichen wollte, sich digital zu vernetzen. Wer hätte gedacht, dass daraus ein Milliardenunternehmen werden könnte?

Aus erfolgreichen Ideen wird wieder Kapital, das dann weitervererbt oder eingesetzt werden kann, um die Kinder an die richtigen Schulen zu schicken und sich in die massgeblichen sozialen Kreise einzukaufen. Denn vererbt werden nicht nur Geld, Aktien oder Immobilien, sondern auch das soziale Kapital. Dieses ist genauso wichtig wie das reale. Denn die Erfolge von Christoph Froschauer, Jeff Bezos (Amazon), Marc Zuckerberg (Facebook) oder Larry Page und Sergey Brin (Google), die grosse Firmen aus dem Nichts aufgebaut haben und diese heute leiten, sind eigentliche Tellerwäschergeschichten und damit die Ausnahme von der Regel, wie Katja Rost festhält: «Rund 80 Prozent der CEOs kommen aus dem Grossbürgertum.» Sie schaffen es auf Spitzenpositionen nicht (nur) wegen ihrer Ausbildung oder ihrem Talent, sondern vor allem auch, weil sie den richtigen «Stallgeruch» haben. «Wer in einem reichen Elternhaus aufwächst, weiss, wie man sich in diesen Kreisen bewegt», erklärt Rost. Das ist beim Bewerbungsgespräch ein Vorteil: die angemessene Kniestrumpflänge, das passende Einstecktuch, die richtigen Hobbys, Golf, Segeln, Violine spielen.

Gute Gene

Wer sich in der gleichen Schicht bewegt, kann diese sozialen Codes richtig interpretieren. Und dann gilt: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das trifft für den Arbeits- genauso zu wie für den Heiratsmarkt, wo die Reichen und Schönen Reiche und Schöne heiraten. «Wer Geld hat, kann sich in einen guten Genpool einkaufen, auch wenn er selbst nicht attraktiv ist», sagt Rost, und verweist auf Donald Trump, der, obwohl selbst kein schöner Mensch, doch ganz ansehnliche Frauen heiraten konnte und deshalb ganz ansehnliche Kinder habe. Trump sei ein Beispiel für das Matthäus-Prinzip, sagt Rost: «Wer hat, dem wird gegeben.» Der US-Präsident hat ein Vermögen geerbt und damit sein genetisches Kapital geäufnet, indem er sich mit schönen Frauen fortpflanzen konnte. Für seinen Nachwuchs dürfte das kein Nachteil sein, denn wer gut aussieht, ist erfolgreicher – beruflich und privat. Der Zufall spielt nicht nur bei Neugründungen, sondern auch beim Erfolg von etablierten Unternehmen und ihren Managern eine viel grössere Rolle, als wir glauben, betont Rost: «Glück oder glückliche Umstände erklären einen Grossteil der Leistungsunterschiede bei Unternehmen und Individuen.» Das belegt die aktuelle Management-Forschung, etwa von Chenwei Liu, Professor an der University of Warwick, mit dem Rost zusammengearbeitet hat.

Doch weder die Manager noch jene, die sie auswählen und anstellen, sind sich bewusst, welch gewichtige Rolle der Zufall spielt. Deshalb werden erfolgreiche Unternehmensführer gerne heroisiert und neigen zur Selbstüberschätzung. Die Folgen können fatal sein. Rost nennt als Beispiele riskante (Fehl-) Investitionen und überzogene Lohnforderungen, die mit den herausragenden Fähigkeiten und Erfolgen der Spitzenmanager gerechtfertigt werden. «Wenn es ein Bewusstsein dafür gäbe, dass ein schöner Teil des Erfolgs äusseren Umständen, dass heisst eben Glück und Zufall geschuldet sind, wären die exorbitanten Gehälter nicht mehr zu rechtfertigen», sagt Rost. Eine Möglichkeit, die Hybris der Chefs zu dämpfen, wäre, im Auswahlverfahren ein Zufallselement einzuführen. Konkret schlägt Rost vor, bei der Besetzung von Chefposten das partielle Losverfahren einzusetzen (siehe Kasten Seite 35).

Etwas mehr Bescheidenheit würde auch den Chefs im realen Leben gut anstehen, findet Rost. Profitieren davon würden die Unternehmen und die Mitarbeitenden, die auf eine fairere Verteilung der finanziellen Mittel hoffen können, wenn der oberste Chef etwas weniger von seiner eigenen Unverzichtbarkeit überzeugt ist. Solche Losverfahren für die Besetzung von Spitzenposten können die Chancengleichheit erhöhen und die Chefs bescheidener machen. An der grundsätzlichen Dynamik des Reichwerdens und Reichleibens dürfte das nichts ändern: Wer hat, dem wird gegeben.

Chef per Los

Spitzenposten in Wirtschaft und Gesellschaft sollten per Los vergeben werden, schlägt Soziologin Katja Rost vor.

Im 17. Jahrhundert steckte die Universität Basel, die älteste der Schweiz, in der Krise: Die Studentenzahlen halbierten sich und der Lehrkörper bestand fast nur noch aus Vertretern einheimischer Gelehrtenfamilien, die sich die Professuren gegenseitig zuschanzten. Schliesslich war die Misere so gross, dass der Vorschlag zur Remedur von den Gelehrten selbst kam. Geistliche und Professoren der Universität schlugen dem Grossen Rat der Stadt Basel 1714 vor, neue Professoren per Los zu wählen, mit der Begründung, das Los sei jenes Mittel, das «keine Persohn ansihet, sich an keine Parthen hänket, das sich durch kein Flattiren und Versprechung gewinnen, durch keine Drohung der Gewaltigen erschrecken lässt».

Der Vorschlag wurde in die Tat umgesetzt. Während 100 Jahren, von 1718 bis 1818, wurden die Professuren an der Universität Basel per Losentscheid vergeben, mit einem zweistufigen Verfahren. Zuerst mussten die Bewerber eine schriftliche Abhandlung über ihr Fach einreichen und einen öffentlichen Probevortrag halten. Wer diese Hürde erfolgreich meisterte, kam in den Pool wählbarer Kandidaten. Falls nötig wurde daraus in einem zweiten Schritt, durch eine «vernünftige Wahl», eine Dreierliste. Aus dieser wurde dann per Los der neue Professor erkoren.

Katja Rost hat diese «Wahl zu Dreyen» in Basel untersucht und zum Ausgangspunkt einer Laborstudie gemacht (in Zusammenarbeit mit dem Soziologen Joël Berger und der Ökonomin Margit Osterloh). Im Laborexperiment wurden Studierende in die Rolle von Managern versetzt, die darüber entscheiden mussten, wie eine zur Verfügung stehende Lohnsumme zwischen ihnen selbst und den Mitarbeitenden aufgeteilt werden sollte. Jene Studierenden/Manager, die durch eine konventionelle Leistungswahl zu ihrer Position kamen, behielten einen wesentlich grösseren Teil der Summe für sich selbst als jene, die in einem partiellen Losverfahren ausgewählt wurden und sich deshalb bewusst waren, dass sie ihre Position nicht nur ihrer Leistung, sondern auch dem Zufall verdankten. Das machte sie bescheidener.

Für Rost hat das partielle Losverfahren drei Vorteile: Es macht jene Bescheidener, die schliesslich gewählt werden; es verhindert bis zu einem gewissen Grad Mauscheleien; und es dämpft Verzerrungen. Denn oft sind die Unterschiede zwischen den Bewerberinnen und Bewerbern, die es in die engere Auswahl schaffen, marginal, weshalb bestimmte Eigenschaften wie beispielsweise das Geschlecht oder das Alter einen zu grossen Stellenwert erhalten. Rost hat das selbst erfahren, als sie sich um eine Professur bewarb. Sie landete mehrfach auf einem der ersten drei Plätze, doch meist wurde ihr ein älterer, erfahrener Mann vorgezogen. «Mit der Wahl per Los hätte ich wohl früher eine Professur erhalten», sagt sie und lacht, «doch dann wäre ich jetzt nicht hier.»

Wichtig sei, sagt Rost, dass das Verfahren zweistufig sei: Zuerst müssen geeignete Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt werden, dann erst entscheidet das Los. So wird sichergestellt, dass der Posten an eine kompetente Person vergeben wird. Die Wahl per Los könnte bei der Besetzung von Spitzenpositionen in Wissenschaft und Wirtschaft eingesetzt werden oder auch bei der Vergabe von politischen Ämtern.

«Nicht mehr zeitgemäss und ungerecht»

Die Erträge aus der Erbschaftssteuer könnten eingesetzt werden, um Menschen zu entschädigen, die unbezahlte Betreuungsarbeit leisten, sagt der Historiker Simon Teuscher.

Das Vererben von Reichtum ist, wie Simon Teuscher festgestellt hat, eine historische Konstante. Denjenigen, die viel haben, liegt oft viel daran, dieses Vermögen an die nächste Generation weiterzugeben. Doch das ist gar nicht so einfach, wie ein Blick in die Geschichte zeigt, denn je nachdem, was es zu vererben gibt, kann dies nur schwer aufgeteilt werden. Als Beispiel nennt Teuscher Land und Ämter, die am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit zu immer wichtigeren Grundlagen von Reichtum wurden: «Da bildeten sich rigide Erbsysteme heraus. Oft bedeutete das: Ausschluss der Töchter, teilweise auch der jüngeren Söhne, bis hin zur Primogenitur, die dem ältesten Sohn fast die ganze Gütermasse zuschlug.» Allenfalls war dieser dann noch zu gewissen Unterstützungsleistungen gegenüber den verarmten Geschwistern verpflichtet. Die Idee dahinter war, Ländereien und Ämter als zentrale Quelle von Reichtum möglichst ungeteilt weiterzugeben. Ein Problem, das sich für Fürsten genauso stellte wie für die Bauern, die Angst hatten vor der Zersplitterung des Landbesitzes.

Die industrielle Revolution veränderte die Basis des Reichtums: Nun wurde zunehmend Kapital zur wichtigsten Ressource, um Wohlstand zu generieren und zu tradieren. Diese Art von Reichtum kann man einfach aufteilen, aber auch einfach neu zusammenbringen. Dies führte zu einer «enormen Ausbreitung der gleichen Erbteilung» (Teuscher), gleichzeitig aber zur Ausbreitung des Phänomens der «Cousin-und-Cousinen-Heirat». So konnte das Geld unter den Kindern aufgeteilt werden, blieb aber trotzdem zusammen.

Einseitige Reichtumsverteilung

Und heute? Heute ist die grösste «Bedrohung» für die unverdünnte Weitergabe von Reichtum vielleicht der Staat mit seinen Steuern. Allerdings wurden die Erbschaftssteuern seit den 1980er-Jahren nach dem Vorbild von Reagan in den USA und Thatcher in Grossbritannien in vielen Ländern abgeschafft oder stark gesenkt.

Das trägt zu einer erneut zunehmenden Akkumulation von Reichtum in den Händen von immer weniger Familien bei – heute besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung 45 Prozent der Vermögenswerte. Und die ungleiche Verteilung nimmt weiter zu: In seinem Buch «Das Kapital im 21.Jahrhundert» zeigt der französische Starökonom Thomas Piketty auf, dass viele westliche Gesellschaften nach der Zeit Napoleons bis 1945 gleicher und nach 1975 wieder ungleicher wurden. Verstärkt wird dieser Trend durch die Abschaffung der Erbschaftssteuern.

Eine allzu einseitige Verteilung des Reichtums sei problematisch, findet Simon Teuscher. Dabei denkt er nicht nur an die schon lange diskutierte Schere zwischen den Reichsten und den Ärmsten, sondern fast mehr noch an Disparitäten innerhalb der Familien. «Die Art und Weise, wie unser Reichtum verteilt wird, muss mit der Zeit gehen. Das heisst, sie sollte sich an dem orientieren, was wir als gerecht empfinden.» Das sei heute nicht der Fall. Teuscher nennt die Betreuungs- und Pflegearbeit für Kinder und ältere Menschen, die vor allem von Frauen geleistet wird, und dies meist unentgeltlich. «Ihre einzige soziale Absicherung besteht oft in einer Ehe mit einem Ernährer», so Teuscher. «Das ist einfach nicht mehr zeitgemäss und zementiert eine ungleiche Geschlechterordnung, die heute kaum noch jemand als gerecht empfindet.»

Rückkehr zur Erbschaftssteuer

Doch wer soll dafür aufkommen, wenn Frauen für ihre oft unentgeltlich geleistete Betreuungsarbeit entschädigt werden? Für Teuscher könnte die Rückkehr zu höheren Erbschaftssteuern ein Teil der Lösung sein. «Aus meiner Sicht müsste man diese Frage mit der Frage der Generationengerechtigkeit und der Akkumulation von Vermögen durch Erbschaften koppeln. Da werden grosse Werte von einer Generation an die nächste weitergegeben. Weshalb kann nicht ein Teil davon eingesetzt werden, um beispielsweise Menschen zu unterstützen, die Kinder grossziehen?»