Magazin 4/10

Was wir glauben

Religion und Theologie heute

Individualisierung, Migration und das Bedürfnis nach Spiritualität: Die aktuelle Ausgabe des «magazin» der Universität Zürich reflektiert das Zusammenspiel von Religion und Gesellschaft.

Die Religionen dieser Welt wurden schon oft tot gesagt, doch sie sind immer noch quicklebendig. In ihrer transzendentalen Obdachlosigkeit suchen die Menschen Sinn und Halt. Diese finden viele nach wie vor in verschiedenen Formen des Glaubens und der Spiritualität. Das Dossier «Was wir glauben. Religion und Theologie heute» des neuen «magazins» reflektiert das Zusammenspiel von Religion und Gesellschaft. Individualisierung oder Migration etwa verändern heute die Wahrnehmung und die Funktion von Religionen. Während die Landeskirchen um Mitglieder kämpfen, suchen sich viele Menschen aus religiösen Versatzstücken Lebenshilfen für den Alltag zusammen. Die Zürcher Religionswissenschaftlerin Dorothea Lüddeckens spricht deshalb von einer «Verflüssigung des Religiösen».

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben das Verhältnis des Westens zum Islam und die Wahrnehmung der Muslime auch in der Schweiz grundlegend verändert. Im Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur und dem Islamwissenschaftler Ulrich Rudolph wird der Frage nachgegangen, wie das Verhältnis zu den Muslimen in der Schweiz geklärt und entspannt werden könnte. Und der Religionsphilosoph Ingolf U. Dalferth erläutert in einem Interview, was Glauben heute bedeutet und wie sich Wissenschaft und Glaube ergänzen.

Weitere Themen im neuen «magazin»: Die Gesundheitskosten in der Schweiz steigen ständig. Das macht sie zum politischen Dauerbrenner. Die Lösung des Problems könnte eine «integrierte Versorgung» von Gesundheitsleistungen sein, wie sie der Gesundheitsökonom und Public-Health-Experte Matthias Schwenkglenks skizziert. Dabei plädiert Schwenkglenks für eine enge Zusammenarbeit von Ärzten und Spitälern.

Wer aus der Stadt in die Agglomeration zieht, ändert oft nicht nur den Wohnort, sondern auch seine politische Einstellung. Dies zeigt ein politikwissenschaftliches Forschungsprojekt des NCCR Democracy: Von diesem Gesinnungswandel profitiert vor allem die SVP, die in vielen Vorstädten zur wählerstärksten Partei geworden ist.

Dossier Was wir glauben – Religion und Theologie heute

  • Zeitalter der Erleuchtung Spiritualität gegen Geld: Neue religiöse Bewegungen orientieren sicham Markt. Von Theo von Däniken

Yoga in der Migros (PDF, 1359 KB)

  • Politisierte Religion Der säkulare Staat schafft neue Gegensätze zwischen den Glaubensrichtungen. Von David Werner

Unverhoffte Wiedergeburt (PDF, 1309 KB)

  • Der Islam bei uns Wie die Integration von Muslimen gelingen könnte. Interview mit Katajun Amirpur und Ulrich Rudolph

"Islam ist keine fremde Religion mehr" (PDF, 404 KB)

  • Verteufelte Muslime Wie die Schweizer Medien über den Islam und die Muslime berichten. Von Thomas Müller

Im Visier der Quotenjäger (PDF, 744 KB)

  • Auf Gott zählen Die Wissenschaft macht den Glauben nicht überflüssig. Interview mit Ingolf U. Dalferth

"Glaube und Wissenschaft ergänzen sich" (PDF, 768 KB)

  • Gemeinsam feiern Wie eine junge Pfarrerin die Menschen wieder in die Kirche bringt. Von Paula Lanfranconi

Blühende Kirchen (PDF, 650 KB)

  • Bilderstreit Religiöse Bilder führen in Glaubensgemeinschaften immer wieder zu Konflikten. Von Regula Zehnder

Ikonenverehrer und Bilderstürmer (PDF, 1475 KB)

Forschung

  • Gefährliche Erbschaften Wie Verwandtschaft funktioniert

Verwandtschaft aus Fleisch und Blut (PDF, 571 KB)

  • SVP ante Portas Blocher & Co erobern die Vorstädte

Von der Bauern- zur Agglopartei (PDF, 497 KB)

  • Imaginiertes Morgenland Der Orient inspirierte europäische Komponisten

Orientalischer Musenkuss (PDF, 249 KB)

  • Heilsbringer, die krank machen Ein neuer Blick auf die Stammzellen

Bösartige Stammzellen (PDF, 309 KB)

  • Verhängnisvolles Fressen Wenn Haustiere sich vergiften

Tödliche Schokolade (PDF, 266 KB)