unimagazin 1/06

Geld & Glück – die neue Ökonomie der Gefühle

Kühles Kalkül, rationale Entscheide? Nicht immer regiert in der Wirtschaft die Vernunft. Ökonomen erforschen deshalb die emotionalen und psychologischen Seiten des Wirtschaftslebens und bringen Unerwartetes zu Tage. Mit dem aktuellen Trend in den Wirtschaftswissenschaften setzt sich das neue unimagazin «Glück & Geld» auseinander.

Der Mensch ist vernünftig. Das zumindest glaubte während Jahrzehnten die Wirtschaftswissenschaft. Ihr wirkungsmächtigstes Modell, der Homo oeconomicus, basiert auf dieser Annahme. Doch so einfach erklären lässt sich das menschliche Tun nicht. Dies haben Verhaltensökonomen in den letzten Jahren mit zahlreichen Studien belegt. Forscherinnen und Forscher der Universität Zürich gehören mit zu den führenden Köpfen dieser ökonomischen Revolution. Sie betrachten den Menschen nicht als rein rational handelnden Nutzenmaximierer, sondern interessieren sich dafür, weshalb er sich oft fair und uneigennützig verhält, weshalb er nicht durch Geld allein zu motivieren ist – wie die Gesellschaft organisiert sein muss, damit er glücklich sein kann, oder weshalb sich Anleger an der Börse irrational verhalten. Das Dossier im neuen unimagazin gibt Einblicke in die ökonomische Verhaltensforschung an der Universität Zürich und lässt prominente Exponenten zu Wort kommen.

Weitere Themen im Heft: Hurrikans, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher, das globale Klima scheint ausser Rand und Band – mit verheerenden Konsequenzen. Trotz offensichtlicher Alarmzeichen negieren viele Politiker die Ursachen dieser Naturkatastrophen und weigern sich etwas gegen die Klimaerwärmung zu unternehmen. Dies zeigen auch die jüngsten Diskussionen um die Einführung einer CO2-Abgabe und anderer Lenkungsabgaben in der Schweiz. Politik, die so kurzsichtig handelt, blende die Zukunft aus, kritisiert der Zürcher Geograf und Gletscherforscher Wilfried Haeberli im grossen Interview.

Im Kosmos der Elementarteilchen: Am Cern, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, hat man grosses vor. Mit Hilfe eines neuen, riesigen Teilchenbeschleunigers soll das letzte, unentdeckte Elementarteilchen, das Higgs-Boson gefunden und damit eines der letzten Geheimnisse der Materie gelüftet werden. Claude Amsler, Physiker der Universität Zürich, ist bei diesem Forschungsprojekt an vorderster Front dabei – eine Reportage.

 

Verantwortlich für das unimagazin sind


Roger Nickl und Thomas Gull.

DOSSIER – GELD & GLÜCK

  • GLÜCKSRITTER Wir alle suchen das Glück. Nur leider oft am falschen Ort. Wirtschaftswissenschaftler wollen Abhilfe schaffen. Von Roger Nickl

Glücklicher leben (PDF, 77 KB)

  • BÖRSENZAUBER Der Finanzmarktspezialist Thorsten Hens kann die künftige Entwicklung der Börsenkurse vorhersagen. Von Thomas Gull

Zaubern mit Darwin (PDF, 44 KB)

  • QUERDENKER Sie revolutionieren die Ökonomie und zeichnen ein neues Bild des Homo oeconomicus – ein Gespräch mit Bruno S. Frey und Ernst Fehr.

"Leistungslöhne zerstören die Kreativität" (PDF, 107 KB)

  • SELBSTLOS Wir handeln zuweilen uneigennützig. Die Neuroökonomie zeigt, weshalb sich die traditionelle Theorie oft irrt. Von Felix Würsten

Jenseits der Vernunft (PDF, 45 KB)

  • MOTIVATIONSSPRITZE Geld allein ist nicht alles: Wer engagierte Mitarbeiter will, muss mehr bieten. Von Sabine Schmidt

Wenn Arbeit Freude macht (PDF, 45 KB)

Forschung

  • WIEDER FREI ATMEN Leben mit einer verpflanzten Lunge

Verpflanzte Lungen (PDF, 82 KB)

  • KRITZELNDE MÖNCHE Die ersten Zeugnisse deutscher Sprache

Wie die Deutschen schreiben lernten (PDF, 129 KB)

  • GEZIELT GEGEN KREBS Neue Gewebechips verbessern die Diagnose

Gewebechips gegen Krebs (PDF, 64 KB)

  • DIE SCHWACHEN SCHÜTZEN Wie Sanktionen richtig gestaltet werden

Richtig strafen (PDF, 157 KB)

  • GÖTTER AUS ELFENBEIN Schnitzereien widersprechen Bibelforschung

Du sollst Dir ein Bild machen (PDF, 84 KB)

  • NACH DEM HIRNSCHLAG Wie Nervenzellen gerettet werden können

Nervenzellen zwischen Leben und Tod (PDF, 80 KB)