«Wenn alle ernst sind, kann ein Witz auch nerven.»

These Nr. 8: Humor hilft bei der Arbeit

Bevor das Lob des Humors am Arbeitsplatz gesungen wird, ein Vorbehalt: Nicht jede Form von Humor ist gut für das Arbeitsklima, warnt Psychologin Jennifer Hofmann: «Oft werden unter dem Deckmantel des Humors andere kritisiert und blossgestellt.» Wenn Humor eingesetzt wird, um Mitarbeiter kleinzumachen und zu mobben, ist das kontraproduktiv für die Stimmung am Arbeitsplatz.

Doch grundsätzlich sind die Psychologen überzeugt, dass Humor hilft, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen, und die Beziehungen unter den Mitarbeitern verbessert. «Menschen, die gute Beziehungen haben, arbeiten besser zusammen. Humor schafft eine gute Grundstimmung», sagt Humorforscher Paul McGhee, «und die Leute kommen lieber zur Arbeit, das ist an sich schon ein grosser Gewinn, wenn man bedenkt, dass viele ihren Job nicht mögen.» Die Verspieltheit, die mit Humor einhergeht, macht zudem kreativ. «Wir brauchen immer mehr Menschen, die komplexe Probleme lösen», sagt McGhee. Menschen, die eine anregende, humorvolle Umgebung haben, können das besser.» Das oft zitierte Beispiel ist Google, das den Mitarbeitenden Rutschbahnen und Töggelikästen zur Verfügung stellt, um den Geist zu lockern.

Mit Humortrainings, die Ruch und sein Team anbieten, kann auf relativ einfache und effiziente Weise das Betriebsklima verbessert werden, indem das Stimmungsbarometer von Ernst auf Heiter gestellt wird. Doch auch hier gilt: Das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort: «Es kann Situationen geben, wo Humor nicht passt», sagt Psychologin Sonja Heintz, «wenn alle ernst sind, kann ein Witz auch nerven, oder wenn jemand an einer depressiven Verstimmung leidet, kann er nicht lachen, auch wenn er möchte.» Deshalb sollen Mitarbeitende nicht gezwungen werden, an den Humortrainings teilzunehmen – «das wäre kontraproduktiv», sagt Heintz.